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In ganz Europa schrieben Chirurgen und Wundärzte zahlreiche Bücher über die Kunst des Schröpfens. Kaum ein Arzt des 16. bis 19. Jahrhunderts kam ohne dieses Heilverfahren aus.
Schröpfen ist das Anbringen von Hohlkörpern auf der Haut, in denen ein Vakuum erzeugt wird. Es bewirkt eine regional begrenzte, vermehrte Durchblutung von Hautpartien. Durch die verstärkte Durchblutung bekommt der Körper die Möglichkeit, Schlackenstoffe vermehrt zu lösen und abzutransportieren. Das Vakuum löst verklebte Gewebeschichten und ermöglicht einen besseren Abtransport der Stoffwechselendprodukte. Ebenso wirkt es über Haut-Reflexzonen auf innere Organe. Die Organe können so beeinflusst und heilende Reize gesetzt werden.
Wirkungsmechanismen:
Beide Techniken stammen aus der Chinesischen Medizin und werden zum Lösen von Energieblockaden eingesetzt. Energieblockaden können durch krank machende äussere Faktoren wie Kälte, Hitze, Feuchtigkeit oder Wind, durch Stress oder falsche Ernährung herbeigeführt werden.
Mit der Schröpftechnik werden mittels einem Schröpfglas die Kapillargefässe, welche durch Ablagerungen (Schlacken) blockiert sind, wieder entstört. Dieses "Aufbrechen" der kristallisierten Schlacken führt zu kleinen Bluterg&uums;ussen. Dies ist eine ganz normale, sogar gewünschte Reaktion. Nach 5-10 Tagen sind die Blutergüsse verschwunden, und die Energie kann wieder fliessen. Um einen optimalen Energiefluss zu erreichen, sind jedoch meist mehrere Sitzungen erforderlich.
Im Gegensatz zum Feuerschröpfen wird hier nicht punktuell, sondern grossflächig in Richtung der Meridianbahnen und/oder in Richtung der Lymphabflussgebiete gearbeitet. Gua Sha ist eine Schabtechnik, die ebenfalls zum Lösen von blockierten Energien eingesetzt wird. Mit Hilfe dieser Technik wird die Körperoberfläche befreit von Krankheit verursachenden Faktoren.
Diese Therapie-Methoden werden oft in Kombination mit Moxa (Moxibustion) eingesetzt.